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Gemeinsam für mehr Resilienz: Neues Zivilschutznetzwerk gegründet
HM-Fakultät initiiert in Kooperation mit Feuerwehr München und VDE Bayern Plattform für Zivil- und Katastrophenschutz
25/09/2026
Wie kann Zivil- und Katastrophenschutz auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben? Mit dem Zivilschutznetzwerk (ZSN) haben die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule München, die Feuerwehr München sowie der VDE Bayern genau dafür eine neue Austauschplattform gegründet. Ziel ist es, Menschen und Institutionen aus Wissenschaft, Einsatzpraxis, kritischer Infrastruktur, Politik und Wirtschaft zusammenzubringen, um gemeinsam konkrete Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, vorhandene Kompetenzen zu verbinden und daraus technische wie organisatorische Lösungen zu entwickeln.
Von der Herausforderung zur Lösung
Beim ersten Treffen wurde deutlich, dass eine leistungsfähige Kommunikation während einer Krise essenziell ist und weiter ausgebaut werden muss. Denn Behörden müssen auch bei einem Ausfall der regulären Kommunikationswege Lagebildinformationen austauschen können, um Maßnahmen zu koordinieren und handlungsfähig zu bleiben. Daraus ergab sich die konkrete Frage: Wie können Informationen auch dann weitergegeben werden, wenn bestehende Netze ausfallen? Als eines der ersten Vorhaben soll deshalb ein Kommunikationswürfel entwickelt werden - eine kompakte Station, die Informationen empfängt und an die nächste Station weitergibt. So entsteht eine robuste Mesh-Kommunikation, bei der die Daten nicht über einen zentralen Knoten, sondern über mehrere miteinander verbundene Stationen weitergeleitet werden.
Ein Ziel des Netzwerks ist es, konkrete technische Lösungen für den Zivil- und Katastrophenschutz zu entwickeln. Dafür möchte die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik ein Lehrprojekt konzipieren. Studierende sollen dabei die Software und Systemintegration für eine Drohne entwickeln, die ein definiertes Außengelände autonom abfliegen und kartografieren kann. Mithilfe spezieller Sensorik soll sie Gefahrstoffe in der Luft detektieren, die Messwerte ortsgenau erfassen und potenziell belastete Bereiche lokalisieren. Eine solche Drohne könnte bei Schadenslagen schneller und flexibler vor Ort eingesetzt werden und dadurch ein präziseres Lagebild liefern.
Das Zivilschutznetzwerk trifft sich in halbjährlichen gemeinsamen Arbeitsrunden. Die nächste Runde für Februar 2027 ist in Planung. In der Zeit zwischen den Treffen werden die dort angestoßenen Ideen und Projekte weiterbearbeitet und für die Umsetzung vorbereitet. „Wir wollen nicht von Veranstaltung zu Veranstaltung denken, sondern Wirkung erzielen“, sagt Prof. Dr. Benjamin Kormann, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Hochschule München und Mitinitiator des Netzwerks.
Warum es das Netzwerk braucht
Naturkatastrophen, Cyberangriffe, Gefährdungen der Energieversorgung und weitere Störungen kritischer Infrastrukturen stellen die Gesellschaft vor komplexe Herausforderungen. Sie lassen sich nicht aus einer einzelnen Perspektive heraus bearbeiten. Prof. Dr. Sonja Munz, Vizepräsidentin für Forschung an der Hochschule München, betont deshalb den Beitrag der Hochschule: „Zivile Sicherheit ist leider wieder stark ins Bewusstsein gerückt. Die Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht, brauchen Zusammenarbeit. Innovationen entstehen dort, wo Menschen gemeinsam handeln. Als Hochschule München wollen wir dazu beitragen, dass unser Wissen Wirkung entfaltet und in der Praxis ankommt. Das Zivilschutznetzwerk schafft dafür die Grundlage und ermöglicht einen fruchtbaren Austausch.“
Die Zweite Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, Mona Fuchs hebt die Bedeutung des Netzwerks angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage hervor: „Resilienz bedeutet, dass wir unsere Stadt so aufstellen, dass wir auf Krisen und Veränderungen vorbereitet sind und auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Es ist unsere Aufgabe als Politik, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die vielen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte andere Menschen schützen können. Dafür, dass sie mitunter ihre eigene Gesundheit und ihr eigenes Leben riskieren, gebührt ihnen unser größter Dank. Ihr Einsatz gilt allen Menschen, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder gesellschaftlicher Stellung. Denn: In der Krise sind alle gleich.“
Weitere Informationen: Über das Zivilschutznetzwerk