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Mehr Raum für Artenvielfalt im Innenhof des R-Baus
Acht neue Nistplätze für Vögel und Fledermäuse entstehen auf dem Campus der Hochschule München
27/02/2026
Im Innenhof zwischen R-Bau und B-Bau sind acht neue Nistplätze für heimische Tiere entstanden. Die Maßnahme ist Teil des Umweltprogramms ÖKOPROFIT und verfolgt ein klares Ziel: Die vorhandenen Flächen auf dem Campus gezielt zu nutzen, um die Artenvielfalt nachhaltig zu fördern.
Begleitet wird der Themenbereich von Alexander Herzog, Professor an der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen, der die Projektleitung innehat. Die Organisation und Anbringung der Nistplätze vor Ort übernahm Monika Mühlbauer, Professorin an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, zusammen mit Prof. Manfred Gerstner und Armin Hadzimujic. Mühlbauer erläuterte die inhaltlichen Hintergründe: „Wir wollen den Raum, den wir im Innenhof haben, nutzen, um die Artenvielfalt auf dem Campus positiv zu fördern.“
Ihr Engagement ist dabei auch persönlich motiviert: „Wir haben den Lebensraum der Tiere und Pflanzen so stark eingeengt und unwirtlich gemacht. Ein bisschen etwas möchte ich persönlich dagegen tun.“
Unterschiedliche Bauweisen für unterschiedliche Arten
Installiert wurden insgesamt acht Nisthilfen – zwei aus Holz sowie sechs besonders witterungsbeständige Modelle aus Holzbeton. Die Auswahl der Materialien erfolgte mit Blick auf Langlebigkeit und Pflegeaufwand.
Die Kästen sind gezielt auf verschiedene Arten abgestimmt. Ein breiter Kasten wurde speziell für Spatzen angebracht, da diese als Koloniebrüter gemeinschaftliche Nistplätze bevorzugen. Die übrigen Nisthilfen richten sich vor allem an verschiedene Meisenarten sowie an Nischenbrüter wie den Hausrotschwanz, den Zaunkönig und das Rotkehlchen.
Ergänzend wurden geeignete Quartiere für Fledermäuse vorgesehen, die schmale, geschützte Spaltenräume als Tagesversteck nutzen.
Fachgerechte Anbringung und richtiger Zeitpunkt
Damit die Nistplätze dauerhaft genutzt werden können, ist die sachgemäße Installation entscheidend. Die Kästen wurden leicht nach vorn geneigt angebracht, sodass Regenwasser ablaufen kann und die Brut nicht gefährdet wird.
Die Einflugöffnungen wurden nach Ost oder Südost ausgerichtet. So sind die Tiere vor starker Witterung geschützt und finden günstige Licht- und Temperaturbedingungen vor.
Der richtige Zeitpunkt für das Aufhängen ist ebenfalls ausschlaggebend. Laut Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) liegt der ideale Zeitraum zwischen Ende Februar und Anfang März oder zwischen Ende April und Anfang Mai. In diesen Phasen suchen viele Arten aktiv nach geeigneten Brutplätzen. Weitere Informationen stellt der LBV auf seiner Internetseite zur Verfügung.
Die Nisthilfen werden künftig regelmäßig überprüft und gewartet, um ihre Funktion langfristig zu sichern.
Beitrag zu einer lebendigen Campusumgebung
Mit den neuen Nistplätzen wird der Innenhof ökologisch aufgewertet und als Lebensraum weiterentwickelt. Das Projekt zeigt, wie konkrete Maßnahmen im Hochschulalltag einen sichtbaren Beitrag zum Umwelt- und Artenschutz leisten können.
Besonders erfreulich: Die ersten Meisen ließen nicht lange auf sich warten und inspizierten die Behausungen schon kurz nach deren Anbringung.
Der nächste Schritt ist bereits konkret in Planung: Ergänzend zu den Nistkästen sollen Insektenhotels aufgestellt werden, um auch für Insekten geeignete Lebensräume auf dem Campus zu bieten.
Über ÖKOPROFIT
ÖKOPROFIT ist ein Programm der Landeshauptstadt München, an dem sich die Hochschule München mit mehreren Fakultäten beteiligt.
Das Programm unterstützt Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wie Hochschulen dabei, Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander zu verbinden.
2023 wurde ÖKOPROFIT am Green Campus Pasing als Pilotprojekt für den gesamten Standort umgesetzt. Nach dem erfolgreichen Abschluss wird das Programm seit Herbst 2025 auch am Green Campus Lothstraße weitergeführt und dort in einem fakultätsübergreifenden Verbund realisiert.
Mitwirkende Fakultäten und Institutionen am Green Campus Lothstraße:
- Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik
- Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
- Fakultät für Informatik und Mathematik
- Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen
- Strascheg Center for Entrepreneurship
- sowie das Gebäudemanagement und Green Office der Hochschule München .
Mitwirkende Fakultäten und Institutionen am Green Campus Pasing: