Adaptiver Sauggreifer für flexible Greifsysteme
Studierende entwickeln ein adaptives Greifsystem für einen Roboterarm, das sich automatisch an unterschiedliche Objektgrößen anpasst und einen sicheren Transport ermöglicht.
Beim automatisierten Verpacken in Logisitkzentren wechseln sich kleine und große Kartons im Sekundentakt ab. Starre Sauggreifer sind dafür nur bedingt geeignet: Ist die Auflagefläche zu klein, fehlt bei großen Kartons der Halt. Ist sie zu groß, lassen sich kleine Pakete nicht mehr zuverlässig greifen.
Genau hier setzt ein Lehrprojekt an, das im Rahmen der Projektvernissage an der Hochschule München vorgestellt wurde.
Im Fach Autonome Systeme bei Prof. Dr. Alfred Schöttl, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, entwickelten Christopher Greska, Jan Siffling und Maximilian Leß, Bachelorstudierende an derFakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik, einen adaptiven Sauggreifer für einen UR5-Roboterarm. Ziel des Projekts war es, ein flexibles Greifsystem zu schaffen, das sich automatisch an unterschiedliche Objektgrößen anpassen kann und gleichzeitig einen stabilen Halt gewährleistet – auch bei Bewegung und Beschleunigung.
Der Ansatz: ein modularer Greifer mit vier servogesteuerten Armen, die ihre Position dynamisch anpassen und so verschieden große Objekte sicher aufnehmen können.
Adaptive Greiftechnik für variable Anforderungen
Das System basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Anpassen, ansaugen, bewegen, ablegen.
Ein zentrales Problem klassischer Systeme sind Torsionskräfte, die insbesondere bei Beschleunigung entstehen und dazu führen können, dass sich Objekte lösen. Gleichzeitig sind herkömmliche Sauggreifer durch feste Geometrien limitiert und nur für bestimmte Objektgrößen geeignet.
Der adaptive Greifer der drei Bachelorstudierenden begegnet diesen Herausforderungen, indem er seine Struktur aktiv anpasst. Die variable Breite und Tiefe ermöglichen es, sowohl kleine als auch große Objekte effizient und stabil zu handhaben.
Intelligente Konstruktion und integrierte Systeme
Der Greifer wurde vollständig im 3D-Druckverfahren gefertigt. Dabei wurden Luftkanäle direkt in die Struktur integriert, um Platz zu sparen und die Konstruktion kompakt zu halten.
Die Steuerung erfolgt über ROS2: Die Software passt die Winkel der Greifarme in Echtzeit an und überwacht gleichzeitig sicherheitsrelevante Parameter. So entsteht ein System, das nicht nur flexibel, sondern auch zuverlässig und sicher arbeitet.
Projekt aus der Projektvernissage
Der adaptive Sauggreifer für den UR5-Roboterarm wurde im Rahmen der Projektvernissage der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik vorgestellt. Die Veranstaltung gibt Studierenden die Möglichkeit, Projekte aus dem Studium öffentlich zu präsentieren und ermöglicht Einblicke in Themen der Elektrotechnik und Informationstechnik und darüber hinaus.
Das Video zu diesem Projekt wurde von den Studierenden produziert.
Die nächste Projektvernissage findet am 2. Juli 2026 von 10 bis 13 Uhr an der Hochschule München (Lothstraße 64) statt.