Mit R.O.S.A. leben retten
Studierende entwickelten autonomen Roboter, der verletzte Personen erkennt und Einsatzkräfte bei der Lageerkundung unterstützt.
Eine verrauchte Tiefgarage nach einem Fahrzeugbrand. Kaum Sicht, unklare Situation, mögliche Verletzte im Gebäude. Bevor Rettungskräfte einen solchen Bereich betreten, muss zunächst geklärt werden: Ist der Einsatz sicher und befinden sich noch Menschen im Gefahrenbereich?
Genau an diesem Punkt setzt ein Lehrprojekt aus dem Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule München an.
Im Projekt Technische Informatik bei Jens Halbig haben die Studierenden Isabel Aign, Moritz Wahl, Maximilian Seemüller, Linus San und Zain Alishammat einen autonomen Roboter entwickelt, der unbekannte und potenziell gefährliche Bereiche selbstständig erkunden kann. Ziel des Lehrprojektes war es, Einsatzkräfte bei der Lageeinschätzung zu unterstützen und verletzte Personen frühzeitig zu identifizieren.
Der Roboter trägt den Namen R.O.S.A. und steht für Rescue Operation Search Assistant.
Autonome Erkundung und KI-gestützte Personenerkennung
Das System ist darauf ausgelegt, zunächst in unübersichtliche oder gefährliche Bereiche vorzudringen und dort Informationen zu sammeln, bevor Menschen den Einsatzort betreten.
Während der Fahrt erstellt der Roboter automatisch eine digitale Karte der Umgebung. Mithilfe von künstlicher Intelligenz kann das System zudem verletzte Personen erkennen und deren Position bestimmen.
Wird eine Person identifiziert, reagiert das System je nach Situation:
Entweder wird automatisch ein Notruf ausgelöst oder die betroffene Person wird vom Roboter in eine Evakuierungszone begleitet. Gleichzeitig werden Position und Status des Systems fortlaufend übertragen, sodass Einsatzkräfte die Situation aus der Ferne beobachten können. Bei Bedarf kann der Roboter auch jederzeit manuell gesteuert werden.
Systems Engineering in der Praxis
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie verschiedene Disziplinen der Elektrotechnik und Informationstechnik zusammenwirken. In R.O.S.A. greifen Mechanik, Sensorik, eingebettete Systeme, Softwareentwicklung, künstliche Intelligenz und Kommunikationsschnittstellen ineinander.
Damit wird sichtbar, was viele Projekte im Studium auszeichnet: technische Einzelkomponenten werden zu einem funktionierenden Gesamtsystem integriert.
Projekt aus der Projektvernissage
Der Rescue Operation Search Assistant wurde im Rahmen der Projektvernissage der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik vorgestellt. Die Veranstaltung gibt Studierenden die Möglichkeit, Projekte aus dem Studium öffentlich zu präsentieren und Einblicke in aktuelle Themen der Elektrotechnik und Informationstechnik zu geben.
Das Video zu diesem Projekt wurde von den Studierenden produziert und dokumentiert die Entwicklung und Funktionsweise des Systems.
Die nächste Projektvernissage findet am 2. Juli 2026 von 10 bis 13 Uhr an der Hochschule München (Lothstraße 64) statt.